5. Die Rückseite

Karte nach Bombay 

Das Wichtigste an einer Ansichtskarte ist für den Sammler die Bildseite. Doch wollen wir uns auch noch kurz mit der Adressseite befassen.

Wie schon erwähnt wurde, erlaubte die Post bis 1905 keine Mitteilungen auf der Adressseite. Ab jenem Jahr wurde die Seite halbiert. Die linke Seite durfte für Korrespondenz benützt werden und die rechte war für die Adrsse vorgesehen.

Karte nach Genf, 1899

Bis um 1908 wurden die Postsendungen 2 bis 3 mal gestempelt. Ein Stempel entwertete die Briefmarke und daneben setzte man noch einen lesbaren zweiten. Der dritte kam am Zielort dazu. Daraus lässt sich zurückverfolgen, wie schnell damals die Post war. Die Karte im Bild wurde am 2. April 1899 in Schleitheim abgestempel und war am gleichen Tag schon in Genf. Dazu erfolgte damals die Postzustellung noch dreimal pro Tag. Von Schleitheim nach Schaffhausen fuhr zu dieser Zeit noch keine Bahn und keine Autos!

Schwabentor Schaffhausen

Wenn man die Texte betrachtet, sofern man sie lesen kann, muss man feststellen, dass die Karten, ob Postkarte oder Ansichtskarte, ein zuverlässiges und schnelles Uebermittlungsmedium waren. Wie auf dieser Karte von 1906 zu lesen ist, ist der Schreiber am Morgen in Schaffhausen eingetroffen und benachrichtigt jemanden in Basel, dass er am selben Abend um 10:38 in Basel ankommen werde.
Kaum vorstellbar, dass soetwas heute in der hochtechnologisierten Zeit mit der Post noch möglich ist.

1.1.00 nach Rykon 

Bemerkenswert sind auch die unterschiedlichen Schriften. zum Teil waren die Schreiber wahre Künstler und zum Teil waren die Briefträger die Künstler, wenn sie die Schriften entziffern konnten.

Wenn wir auf dieser Karte mit der schwungvollen Schrift den Poststempel betrachten, können wir das Datum 1. 1. 00 erkennen. Demzufolge arbeitetet die Post damals auch am Neujahrstag.

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